dem namen nach erwartest du sicherlich ein kleines rehkitz. zart, fröhlich, neugierig über wiesen und felder springend und mit grossen braunen augen - richtig! doch es handelt sich hier nicht um ein rehkitz sondern um ein kleines kälbchen, welches den namen bambi trägt.
bambi lebt mit einem cousin, einer cousine, mama und fünf tanten auf zwei grossen wiesen am rande eines dorfes. die beiden wiesen werden durch einen weg getrennt und ab und an kommt der bauer und führt die gruppe auf die andere wiese, wo wieder schmackhaftes gras oder auch ein paar heruntergefallene äpfel warten.
die gruppe führt ein schönes leben und hin und wieder schauen mal spaziergänger vorbei, die sich aber nicht grossartig um die kleine gruppe scheren. meist stehen sie auch fernab des zauns am rande des waldes und wollen nicht gestört werden.
ich habe diese wunderbare gruppe kennengelernt, als bambi noch nicht geboren war. wir gingen gerade an den weiden vorbei als wir einen trecker mit anhänger entdeckten. in dem anhänger war ordentlich tumult und nach einigem hin und her entsprang dem anhänger ein einzelnes rind.
kaum in freiheit hüpfte es wie ein hase über das frische grün und schlug nach hinten und vorne aus. offensichtlich gefiel ihm, was es dort vorfand. keine minute später entsprangen weitere fünf rinder dem anhänger und auch hier konnte man die freude über die errungene freiheit deutlich spüren.
der sommer kam und hin und wieder gingen wir an den weiden vorbei und aus sechs wurden plötzlich neun. drei kälbchen erblickten auf der weide das licht der welt - glücklich, frei im schutze der mütter und tanten.
es verging einige zeit, bis wir wieder an den weiden spazieren gingen doch bei jedem spaziergang machten wir halt und ich nutze die zeit um mit bambi zu plaudern. meine familie verteilte derweil äpfel an die kuhfamilie oder kraulte die grossen köpfe, besonders an stirn und ohren. zum dank wurden feuchte und rauhe zungenküsse verteilt.
an einem tag im september spürte ich das etwas anders war als bisher. die gruppe kam erst nach einer langen zeit und mit wachem und ängstlichem blick an den zaun. bambi war sehr skeptisch meiner menschenfamilie gegenüber, auch ihr cousin und cousine hielten sich im hintergrund und wurden von den tanten und müttern nahezu abgeschirmt.
mir gelang es trotzdem kontakt zu bambi aufzunehmen und sie erzählte mir, dass gefahr auf der wiese war aber sie sich verstecken konnte und nicht betroffen sei. ich verstand ihre worte zunächst nicht... doch dann konnte ich einen blick auf die beiden anderen kälber werfen. doch war mir immer noch nicht klar, was passiert war - aber irgendetwas war anders!
ich schaute erneut in bambis gesicht und erahnte tränen in ihren wunderschönen baunen rehaugen. da konnte ich es sehen. ich sah den unterschied zwischen ihr und den anderen beiden kälber. bambi war die einzige in ihrer gruppe, die noch hörner besaß. die beiden anderen kälber wurden genau wie ihre mütter und tanten der hörner beraubt.
bambi erzählte mir dann, wie verzweifelt sich die beiden gewehrt haben und wie hilflos sie und die mütter und tanten das schmerzhafte enthornen mit ansehen mussten. "seitdem ist nichts mehr wie es war!" sagte bambi. ich sah angst in ihren augen und schaute auf ihre kleinen hörner.
wusstest du, dass alle kühe hörner haben? das kälber oftmals ohne betäubung enthornt werden? kannst du dir den schmerz vorstellen? ich bin nur ein hund und habe keine hörner aber ich habe in die traurigen augen der kälber gesehen, die das erlebt haben.
tierische grüsse
dein veg_eddi
| kannst du die hörner sehen? |
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